Gehaltsvorstellung: erst die Spanne, dann die Zahl
Die Anzeige fragt nach deiner Gehaltsvorstellung? Mit einer Spanne aus guten Quellen nennst du eine Zahl, die du begründen kannst. Wo du suchst und was gilt.
Prüfe deinen Lebenslauf gegen eine Stelle. Kostenlos, ohne Konto.
Füge deinen Lebenslauf und die Stelle hinzu. Du siehst deinen Treffer-Wert und wie weit er steigen kann.
Wir trainieren nie KI mit deinem Lebenslauf. In Deutschland gehostet, unter DSGVO.
Inhalt
Schritt für Schritt
Lies zuerst die Anzeige
Manche Anzeigen nennen eine Spanne oder ein Mindestgehalt. Achte darauf, ob es um Jahr oder Monat geht und um brutto oder netto.
Schau in öffentliche Daten
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt das mittlere Gehalt je Beruf. Andere Länder haben eigene Statistiken.
Vergleich Gleiches mit Gleichem
Gleiche Rolle, gleiche Ebene, gleicher Ort, gleiche Stunden. Eine Zahl aus einer anderen Stadt oder Ebene führt in die Irre.
Leg deine Spanne fest
Bestimm die Zahl, unter die du nicht gehst, und eine höhere, mit der du einsteigst. Schreib in einem Satz auf, warum.
Antworte ruhig, wenn die Frage kommt
Nenn deine Spanne mit dieser kurzen Begründung. Sprich über die neue Stelle, nicht über dein jetziges Gehalt.
Notier, was gesagt wurde
Schreib die Zahl auf, die du genannt hast, und wie sie reagiert haben. In der nächsten Runde brauchst du sie.
Woher eine Gehaltsspanne kommt
- Aus der Anzeige selbst, wenn sie eine Spanne oder ein Mindestgehalt nennt.
- Aus öffentlichen Statistiken wie dem Entgeltatlas.
- Aus dem Tarifvertrag, wenn der Arbeitgeber einen anwendet.
- Aus Gehaltsstudien und Angaben, die Leute online teilen. Prüf, auf wie vielen Zahlen sie beruhen.
Jede Quelle beantwortet eine etwas andere Frage. Nimm zwei oder drei, nicht nur eine.
Den Entgeltatlas lesen
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ist kostenlos. Er zeigt das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) von Vollzeitbeschäftigten.
Du kannst nach Region, Geschlecht, Altersgruppe und Branche aufteilen.
Er fasst Jobs zu Berufen zusammen, eine Zahl gilt also für mehrere Jobtitel.
Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung zeigt er keinen Median. Für 2025 lag sie bei 8.050 Euro im Monat.
Die Zahlen gelten zum 31. Dezember eines Jahres. Sie sind ein Ausgangspunkt, kein Angebot für eine bestimmte Stelle.
Was die EU-Regeln sagen
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EU) 2023/970 gibt Bewerberinnen und Bewerbern ein Recht auf Gehaltsinformationen vor der Einstellung.
Du darfst das Einstiegsgehalt oder seine Spanne erfahren, festgelegt nach objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien.
Der Arbeitgeber nennt es in der Anzeige, vor dem Gespräch oder auf anderem Weg, der eine informierte Verhandlung erlaubt.
Nach deinem bisherigen Gehalt darf er dich laut Richtlinie nicht fragen.
Die Mitgliedstaaten mussten das bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umsetzen.
Für Deutschland sagte die Bundesregierung im Juli 2026, ein Gesetzentwurf werde vorbereitet und einzelne Fragen seien noch offen.
In Österreich müssen Stellenanzeigen schon heute das Mindestentgelt nennen und sagen, ob mehr möglich ist.
Deine Zahl nennen
Nenn eine Spanne statt einer einzigen Zahl, wenn nach deiner Gehaltsvorstellung gefragt wird.
Begründe sie mit den Quellen, der Ebene der Stelle und dem, was du mitbringst. In einem Satz.
Nennt die Anzeige keine Spanne, frag danach. Mit der EU-Richtlinie wird das zu deinem Recht.
Schau aufs ganze Angebot: Bonus, Urlaubstage, Tage im Homeoffice und Budget für Weiterbildung.
Das ist allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Wie cvscored dabei hilft
Für eine Stelle, die du hinzufügst, sucht cvscored einmal ein Gehaltsband für die Rolle und den Ort heraus und behält es.
Du siehst eine Spanne, eine Startzahl, wie sicher die Suche war und wie viele Zahlen gelesen wurden.
Wenn du willst, trägst du dein Gehalt anonym ein und siehst, wo es bei ähnlichen Stellen liegt. Nichts wird geteilt, bevor du das Kästchen ankreuzt.
Gibt es zu wenige Zahlen für einen Vergleich, zeigt cvscored stattdessen öffentliche Gehaltsdaten.
Jede Berufsseite unter Jobs nach Beruf zeigt, was der Beruf in jedem Land bezahlt, mit Quellen.
Lena Hoffmann bereitet ihre Gehaltsvorstellung vor
Lena Hoffmann ist die erfundene Person in unseren Beispielen. Die Stelle und was jede Quelle sagt, sind ebenfalls erfunden.
| Quelle | Was sie sagt | Was Lena daraus nimmt |
|---|---|---|
| Die Anzeige von Northwind Logistics, Berlin | Bitte um Gehaltsvorstellung, keine Spanne | Sie fragt im ersten Gespräch nach der Spanne. |
| Der Entgeltatlas für ihren Beruf in Berlin | Ein Median für die ganze Berufsgruppe, alle Ebenen | Eine Untergrenze, denn ihre Stelle ist eine Senior-Rolle. |
| Das Gehaltsband in cvscored | Eine Spanne, eine Startzahl und wie sicher die Suche war | Ihre Startzahl, nahe am oberen Ende. |
| Ihr eigenes Budget | Miete, Rücklagen und drei Monate Kündigungsfrist | Die Zahl, unter die sie nicht geht. |
Ein erfundenes Beispiel.
Dafür
- Eine Spanne mit Quellen lässt sich gut begründen.
- Du kennst deine Untergrenze, bevor du gefragt wirst.
Dagegen
- Öffentliche Daten gelten für ganze Berufsgruppen.
- Keine Quelle sagt dir, was ein bestimmter Arbeitgeber zahlt.
Checkliste
- Du weißt, ob die Zahl fürs Jahr oder den Monat gilt.
- Du weißt, ob sie brutto oder netto ist.
- Du hast dieselbe Rolle, Ebene und denselben Ort verglichen.
- Du hast mindestens zwei Quellen genutzt.
- Deine Spanne hat eine Begründung in einem Satz.
- Du hast nach der Spanne gefragt, wenn die Anzeige keine nennt.
- Du hast notiert, was du gesagt hast und wie reagiert wurde.
Eine ehrliche Grenze
Eine Spanne aus Daten ist ein Anhaltspunkt. Was ein bestimmter Arbeitgeber zahlt, sagt sie dir nicht, und nichts hier ist Rechtsberatung.
Quellen
Geprüft am .
- Richtlinie (EU) 2023/970 zur Entgelttransparenz, Artikel 5 und 34: eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32023L0970
- Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas: web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/
- Bundesagentur für Arbeit, Hilfe zum Entgeltatlas: arbeitsagentur.de/hilfe-entgeltatlas
- Deutscher Bundestag, hib 587/2026: Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie: bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1195086
- Österreich, Gleichbehandlungsgesetz (GlBG), § 9: ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003395&Paragraf=9
Das Wichtigste
- Zwei oder drei Quellen, gleiche Rolle und gleicher Ort.
- Jahr oder Monat, brutto oder netto: prüfen.
- Eine Spanne mit Begründung.
- Nach der Spanne der Stelle fragen, wenn die Anzeige keine nennt.
Häufige Fragen
- Wo finde ich eine Gehaltsspanne für meine Stelle?
- In der Anzeige, im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und in Gehaltsstudien. Nimm zwei oder drei Quellen.
- Nenne ich eine Spanne oder eine feste Zahl?
- Eine Spanne mit kurzer Begründung. Steig nahe am oberen Ende ein und kenn die Zahl, unter die du nicht gehst.
- Muss ich mein aktuelles Gehalt nennen?
- Die EU-Richtlinie verbietet Arbeitgebern, nach deinem bisherigen Gehalt zu fragen. Sie gilt, sobald dein Land sie umgesetzt hat; prüf die nationalen Regeln.
- Muss eine Stellenanzeige das Gehalt nennen?
- In Österreich müssen Anzeigen das Mindestentgelt nennen. Die EU-Richtlinie gibt dir ein Recht auf das Einstiegsgehalt oder seine Spanne.
- Verdiene ich das, was der Entgeltatlas zeigt?
- Nicht unbedingt. Er zeigt den Median einer ganzen Berufsgruppe, brutto und in Vollzeit. Ein Angebot hängt von Rolle, Ebene und Arbeitgeber ab.
- Woher kommt das Gehaltsband in cvscored?
- cvscored sucht Zahlen für die Rolle und den Ort heraus. Es zeigt die Spanne, wie sicher die Suche war und wie viele Zahlen gelesen wurden.